
Das Wesen des Spinone Italiano
Der Spinone Italiano ist eine umgängliche, unkomplizierte und begeisterungsfähige Hunderasse. Als ausgewachsener Hund wirkt er ruhig, freundlich und ist sensibel. Er vereint auch vermeintlich gegensetzliche Wesenszüge wie Sanftheit und Entschlossenheit, Aggressionslosigkeit und Mut, Freundlichkeit und ein waches Wesen. Er liebt das Draußensein und möchte möglichst viel Zeit mit seiner Familie verbringen; für eine ausschließliche Zwingerhaltung ist er nicht geeignet.
Er ist relativ leicht erziehbar, kann aber gelegentlich stur wirken. Ungerechte oder grobe Behandlung schadet ihm am meisten. Er möchte seinem Menschen gefallen, achtet stark auf dessen Gefühlslage und lebt vom Lob. Positive Verstärkung ist daher der zentrale Erziehungsschlüssel; bei unerwünschtem Verhalten genügt in der Regel ein deutliches Nein. Früh erlebte negative Erfahrungen prägen ihn nachhaltig.
Als Junghund ist er aktiv und neugierig auf die Umwelt. Welpen zeigen sich anhänglich und folgsam innerhalb der Familie, gegenüber Fremden oder neuen Situationen ist gesundes Misstrauen möglich. Deshalb ist frühe Sozialisierung wichtig: Kontakt mit Staubsaugern, Kindern, Verkehr, landwirtschaftlichen Geräuschen und urbanen Eindrücken hilft ihm, Gelassenheit zu entwickeln. Im ersten Lebensjahr baut er eine vertrauensvolle Bindung zu Bezugspersonen auf, die Sicherheit und Selbstbewusstsein stärkt. Durch sein umgängliches Wesen wird er auch als ruhiger Familien- und Begleithund geschätzt.
Der Spinone Italiano jagt langsam, weshalb er in der Vergangenheit, auch in seiner Heimat Italien, häufiger durch schnellere Rassen ersetzt wurde. Er ist fremden gegenüber freundlich, aber zurückhaltend, meldet Ungewöhnliches mit tiefem Bellen; dennoch ist er kein großer Kläffer.
Der Spinone Italiano ist einer der größten und kräftigsten Vorstehhunde, zugleich sensibel. Ein vertrauensvolles Verhältnis zum Führer ist essentiell.
Über harte oder ungerechte Erziehung sollte man vermeiden; Lob und Anerkennung sind wichtig. Positive Verstärkung bleibt der Erziehungsgrundsatz.
Zwangsapport wird nicht empfohlen. Als Vorsteh-Apportierhund besitzt der Spinone eine hervorragende Nase, Weichmäuligkeit und eine ruhige, geduldige Natur; er ist mutig, kräftig und widerstandsfähig. Er wird für die Jagd in jedem Gelände und jeder Jahreszeit genutzt, arbeitet unermüdlich und scheut kein Unkraut oder kaltes Wasser. Sein Fell ist steif, hart und enganliegend; er hat wenig Unterwolle, kann aber Kälte und Nässe gut verkraften. Die Bezeichnung „Spino“ leitet sich vom italienischen Dorn ab.
Das Gangwerk des Spinone ist raumgreifend mit freiem Schritt. Bei der Spurarbeit verlangsamt er, analysiert ruhig die Fährte und folgt ihr lautlos mit sicherem Abstand. Die Rute bewegt sich während der Arbeit, bis Beute erspäht ist, dann steht er fest und die Rute wird still. Ein charakteristisches Merkmal ist seine Neigung zu einem verlängerten, schnellen Trab.
Er ist sehr umgänglich, gesellig und leicht erziehbar; er will dem Führer gefallen, muss aber verstehen, was von ihm erwartet wird. Geduld und feines Einfühlungsvermögen sind nötig. gelegentlich zeigt er Sturheit, wenn unklar ist, was verlangt wird.
